
Wie der ein oder andere sicher weiß, sind Kai und ich am Mittwoch, den 29.8.2009, um kurz vor 04:00 Uhr morgens zum Wacken Open Air 2009 in den hohen Norden gereist. Und damit jeder etwas davon hat, berichten wir hier von unserem “Kurzurlaub”.
Wir kamen am Mittwochnachmittag um ca. 15:10 Uhr auf dem Campinggelände an und hatten somit genug Zeit um Energie für die drei kommenden Tage zu tanken (um 16:00 Uhr am Donnerstag spielte der Opening-Act).
Also gemütlich gechillt bis Donnerstag 15:00 Uhr. Dann langsam los in Richtung Stage. Eigentlich wäre die Eröffnungsband “Skyline” – eine alte Coverband – nicht sehr interessant gewesen. Doch da der Initiator des Wacken-Festivals Thomas Jensen der Bassist dieser Band ist, konnte er einige hochkarätige Gastmusiker für den Auftritt gewinnen. Darunter Onkel Tom aka Tom Angelripper (Sänger und Bassist von Sodom), Eric Fish (Frontmann von Subway To Sally) und Dorothee Pesch (Doro, auch bekannt als Sängerin von Snakebite, Attack und Warlock oder als “die Frau, die Regina Halmichs Einzugshymne singt”). Es war auf jeden Fall ein toller Auftakt und machte Lust auf mehr.
15 Minuten später ging es auch schon genial weiter: Schandmaul war an der Reihe. Trotz verhältnismäßig sanfter Klänge tobte die Masse – und wir sowieso. Leider war die Stunde Spielzeit recht schnell zu Ende. Da nun Ex-Onkel “Der W” (Stephan Weidner) an der Reihe war, nutzten wir die Zeit um eine kleine Erfrischung zu uns zu nehmen. Doch kaum standen wir 15 Minuten am Bierstand, hörten und sahen wir, dass es auf der Party Stage schon mit der “Überraschungsband” weiter ging. Wir hatten uns sagen lassen es sei J.B.O.. Wie erwartet sahen wir schon aus einiger Entfernung die rosane Bühnendekoration und hörten kurz darauf auch schon die unverkennbaren Klänge der Fun-Metaler. Selbstverständlich verloren wir keine Zeit und bewegten uns zügig in Richtung Party Stage. Nach J.B.O. spielten Running Wild auf der Black Stage. Von etwas weiter hinten (außerhalb des Gedränges) hörten wir eine Weile zu und gingen dann wieder zurück zur Party Stage, um noch etwas von The Bosshoss mit zu bekommen. Da mit Anthrax und Thin Lizzy zwei Bands auf der Party Stage ausgefallen sind und mit J.B.O. nur eine Band dazugekommen war, konnten wir sogar noch die Mailänder von Lacuna Coil anschauen, bevor der erste Headliner Heaven & Hell (Tony Iommi, Geezer Butler, Ronnie James Dio, Vinny Appice) spielte.
Nach einem einigermaßen gediegenen ersten Konzerttag (kurz nach 00:00 Uhr war Heaven & Hell vorbei) ging es am Freitag schon etwas anstrengender zu. Um 11:45 Uhr spielte UFO, die wir aber kurzfristig durch eine Runde Duschen ersetzten. Es ging also für uns “erst” um 14:15 Uhr mit Gamma Ray los. Wie gewohnt rockten die Power-Metaler ordentlich und wir konnten uns (wie auch schon am Donnerstag) aufregen, dass so tolle Bands nur einen Ein-Stunden-Slot bekommen (Wobei man sagen muss, dass auch vermeindlich berühmtere Bands nicht viel länger Zeit hatten). Im Anschluss war Tristania auf der Party Stage an der Reihe. Dann Nevermore aus der Ferne während dem leicht nach hinten verschobenen Mittagessen.
Um 18:00 Uhr kam es dann zum ersten echten Terminkonflikt: Die Australier Airbourne (deren Album “Runnin’ Wild” auf dem W:O:A vom Metal Hammer zum besten Debüt-Album des Jahres gewählt wurde) spielten exakt parallel zu DragonForce. Wir entschieden uns dazu, die erste knappe halbe Stunde bei Airbourne zu bleiben und dann zu den Londoner Gitarren-Virtuosen zu gehen. Im Nachhinein stellte sich das als sehr gute Entscheidung heraus, denn so kamen wir in den Genuss “Through the Fire and the Flames” live zu hören. Und auch von Airbourne konnten wir die (meiner Meinung nach) besten Lieder mitnehmen. Nur eine Viertelstunde nach Airbourne und DragonForce ging es weiter mit Hammerfall, die ich leider im Vorfeld zu wenig gehört hatte, um meine Textsicherheit aufzufrischen. Aber dennoch war es schön, die Schweden nach 2005 einmal wieder live zu sehen. Nach Hammerfall hatte unser sonst recht enger Zeitplan endlich wieder ein kleines Fenster, das natürlich mit Essen und Trinken gefüllt wurde, während wir aus der Ferne Bullet for My Valentine lauschten. Zu BfMV muss ich sagen, dass ich aufgrund vieler fremder Meinungen gedacht habe, sie seien schlecht. Aber eigentlich war das, was ich – wenn auch aus einiger Entfernung – gehört habe, eigentlich nicht übel war. Also für jeden, der sie noch nicht (viel) gehört hat: Mach’ Dir ein eigenes Bild!
Um 21:45 Uhr war dann wieder einer der Headliner dran: Motörhead. Ich kannte eigentlich nur eine Hand voll Stücke, aber sie gehören auf jeden Fall zu den Großen der Szene und deswegen sollte man sie natürlich mal gesehen haben. Unser Augenmerk lag eher auf den letzten beiden Bands auf der Black Stage: Zum einen In Flames, die direkt im Anschluss an Motörhead gespielt haben und zum anderen Amon Amarth, die nach Doro um 02:00 Uhr den Festivaltag für uns beendeten. In Flames waren (wenn auch von einigen kritisiert) super – sowohl die Auswahl der Songs, als auch die Stimmung. Lediglich die Lautstärke hätte etwas lauter ausfallen können, aber das könnte auch daran gelegen haben, dass Motörhead extrem aufgedreht hatte. Nach In Flames, während Doro, blieben wir vor der Black Stage, um uns für Amon Amarth einen guten Platz zu sichern. Zum Glück ist uns dies auch recht gut gelungen, denn – zumindest unserem Gefühl nach – waren die schwedischen Death-Metaler sogar noch leiser als In Flames. Trotzdem war der Auftritt wirklich gut und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, bis um 03:00 Uhr nachts durchzuhalten.
Doch so schön es auch war, am Samstagmorgen mussten wir dafür bezahlen – und zwar mit schweren Beinen und leicht eingeschränkter Motivation, sich zu bewegen. Aber wir hatten keine Wahl, denn schon um 13:00 Uhr war Rage auf der True Metal Stage und die wollten wir natürlich nicht verpassen. Nach Rage hatten wir dann 90 Minuten Zeit unseren Durst zu stillen und nutzen diese Gelegenheit selbstverständlich auch. Um 15:30 ging es dann weiter mit Trash-Metal von Testament, doch des Schattens und der Gemütlichkeit wegen, standen wir etwas weiter hinten am Bierstand und hörten und schauten von dort aus zu. Im Anschluss spielte Borknagar, die wir nur von ein paar Hörproben auf last.fm kannten. Doch wir wurden nicht enttäuscht und konnten uns eine Stunde lang an ordentlichem Black-Metal erfreuen.
Nach Borknagar kam einer der Acts, die ich jedem empfehlen kann, der Wert auf Gitarre und Schlagzeug legt: Axel Rudi Pell. Mit Axel Rudi Pell an der Klampfe und Mike “The Machine” Terrana an den Drums, abgerundet durch den Gesang von Johnny Gioeli (Volker Krawczak am Bass und Ferdy Doernberg am Keyboard vernachlässige ich mal). Danach ging es weiter mit Mittelalter-Rock von In Extremo, die wie gewohnt überzeugten. Von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr waren Volbeat an der Reihe, von denen ich sehr viel erwartet habe. Doch da ich nur das neuste Album kannte, war ich mit der Setlist nicht 100%-ig einverstanden. Aber der Auftritt war trotzdem gut und die Stimme von Michael Poulsen ist der Hammer. Nach Volbeat haben wir es erst einmal wieder etwas ruhiger angehen lassen und uns um Verpflegung gekümmert und dann Machine Head aus der Distanz angeschaut, da wir vor dem Ende des Auftritts weiter mussten. Und zwar zum ersten mal ins Zelt zur W.E.T. Stage, wo Turisas ihren Mix aus Viking-Metal, (finnischem) Folk und Humppa zum Besten gaben.
Mittlerweile ziemlich ausgelaugt sahen wir dann noch den Rest von Saxon. Daraufhin startete GWAR seine Freakshow, die uns dann den Rest gab. Also war es um 01:45 Uhr so weit, dass wir uns dazu entschlossen das W:O:A für dieses Jahr für beendet zu erklären und Subway to Sally nicht mit unserer Anwesenheit zu beehren.
Der “Heimweg” (aka Bauer Uwes Heimweg) streckte sich dann aber doch noch etwas in die Länge, weil wir uns mit drei Schotten unterhalten haben, bis wir schließlich so müde waren, dass wir nur noch ins “Bett” wollten. Am Sonntagmorgen, nachdem der Kopf wieder einigermaßen klar war, haben wir dann noch zusammen gepackt, einen Happen gegessen und gewartet bis der Großteil der Abreisenden seinen Weg vom Campingground gefunden hatte, bevor wir uns dann auch auf gen Heimat machten.
Alles in Allem war es wieder ein Super-Festival mit vielen tollen Bands, einer gewohnt familiären Atmosphäre, einer einmaligen Stimmung und lauter Menschen, die nicht so böse sind, wie sie aussehen. W:O:A 2010 – Wir kommen(?).
Markus
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